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Das Ende der Geldschwemme

MÜNCHEN – Während die Fed angesichts der wachsenden Inflationszahlen über das Tapering nachdenkt, weist die Präsidentin der EZB eine nachhaltige Inflationsgefahr weit von sich. Die derzeit gemessene Inflation sei ein schnell vorrübergehendes Problem, das mit der Überwindung von Lieferengpässen wieder verschwinde. Die EZB werde ihre Politik nicht ändern. Das ist ungefähr so, als würde der Kutscher, dem die Pferde durchgehen, sagen, er wolle die Zügel nicht anziehen, weil sie von allein wieder müden würden.

Die Möglichkeit die Preise temporär laufen zu lassen, ist im Maastrichter Vertrag indes nicht vorgesehen. Die EZB soll vielmehr die Preise unter allen Umständen stabil halten, und im Gegensatz zur Fed hat sie auch keine rechtliche Möglichkeit, das Ziel der Preisstabilität mit anderen Zielen der Geldpolitik abzuwägen.

Die Lieferengpässe haben wesentlich mit den Quarantäne-Maßnahmen der Seehäfen, vor allem, aber nicht nur, in China zu tun. Die einlaufenden Schiffe können  ihre Fracht nicht löschen und können deshalb auch nicht mit den Zwischenprodukten bestückt werden, die die europäische Wirtschaft so dringend braucht, um ihre Kunden beliefern zu können. Die Frachtraten für den internationalen Seetransport von  Containern haben sich deshalb seit dem Jahr 2019 verachtfacht.

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