tadesse1_Eric LafforgueArt in All of UsCorbis via Getty Images_ethiopiamother Eric Lafforgue/Art in All of Us/Corbis via Getty Images

Die Finanzierung der Familienplanung in Ländern niedrigen Einkommens

ADDIS ABEBA – Als vielbeschäftigte junge Mutter von vier Kindern, die in einem abgelegenen Dorf in Äthiopien lebt, ist es Amina nicht immer möglich, ihre Termine in der Gesundheitsklinik wahrzunehmen, um sich dort ihr Verhütungsmittel injizieren zu lassen. Als die Klinikmitarbeiterin Selam sie über die verfügbaren Alternativen aufklärte, war Amina hocherfreut von einem reversiblen Verhütungsimplantat mit Langzeitwirkung zu erfahren, das regelmäßige Besuche überflüssig machen würde.

Selam stellte fest, dass sich immer mehr Frauen aus ähnlichen Gründen für Implantate mit Langzeitwirkung entschieden. Da in ihrer Klinik ein Versorgungsengpass bei diesen Implantaten herrschte, fürchtete sie, dass Verhütungsmittel, auf die Patientinnen wie Amina angewiesen waren, nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Leider ist die Situation in Selams Klinik kein Einzelfall: In ganz Äthiopien haben Gesundheitszentren mit Versorgungsproblemen zu kämpfen.

In Äthiopien nehmen mehr Frauen als je zuvor Leistungen rund um Familienplanung in Anspruch: die Verhütungsrate im Land stieg von 8 Prozent im Jahr 2000 sprunghaft auf 41Prozent im Jahr 2019 an. Unsere Regierung hat die Mittel für Familienplanung aufgestockt und sich auf die Ausweitung des Zugangs auf kommunaler Ebene konzentriert. Heute arbeiten 42.000 Gesundheitsfachkräfte auf insgesamt 18.000 eingerichteten Stellen. Das hat uns bemerkenswerte Fortschritte ermöglicht.

https://prosyn.org/LU6NhPpde