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Helsinki's Klima-„Moonshot"

BOSTON – Unter den vielen irreführenden Überzeugungen über den Klimawandel ist eine besonders häufig unangefochten geblieben. Es ist die Vorstellung, dass nur wärmere Regionen unter den Auswirkungen des Temperaturanstiegs leiden werden, während das Klima in den Polarregionen milder und angenehmer werden wird. Tatsächlich werden extreme Wetterlagen und steigende Meeresspiegel in kälteren Ländern die Vorteile wärmerer Winter bei weitem überwiegen.

Die nordeuropäischen Städte sind sich dessen wohl bewusst. Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2021 liegen neun der zehn führenden Länder beim Übergang zur Nachhaltigkeit in Europa, und fast alle von ihnen befinden sich in hohen Breitengraden. So wetteifern beispielsweise die nordischen Städte miteinander, wer seine Emissionen durch verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Rohstoffverbrauch und Energieerzeugung am meisten reduzieren kann. Kopenhagen will bereits 2025 die erste „kohlenstoffneutrale Hauptstadt“ werden, während Stockholm bis 2040 frei von fossilen Brennstoffen sein will.

Aber der Fall Helsinki ist vielleicht der interessanteste. Finnland hat das Gebot der Nachhaltigkeit neben seine anderen Säulen der nationalen Nachkriegsentwicklung gestellt: eine Demokratie, die auf der Gleichheit aller Bürger basiert, eine Wirtschaftskultur, die auf einer gesunden Work-Life-Balance beruht, und Städte, die im Einklang mit der Natur leben. Diese Attribute haben dazu geführt, dass ein relativ peripher gelegenes und dünn besiedeltes Land immer wieder in den Ranglisten der glücklichsten Länder der Welt auftaucht.

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