shapoval1_PASCAL POCHARD-CASABIANCAAFP via Getty Images_palliativecare Pascal Pochard-Casabianca/AFP via Getty Images

Die Pandemie und die Palliativmedizin

KIEW – Als die Ukraine von COVID-19 heimgesucht wurde, befand sich Stepan Karabinyosh, der Spezialist für Infektionskrankheiten, im Zentrum der Krise. Bei seiner täglichen Arbeit auf der Intensivstation stellte Karabinyosh fest, dass seine medizinische Ausbildung ihn zwar auf die praktischen Schwierigkeiten bei der Behandlung seiner Patienten vorbereitet hatte, nicht aber auf die emotionale Herausforderung, einer wachsenden Zahl von Patienten mitteilen zu müssen, dass sie sterben und ihre Angehörigen aufgrund der Ansteckungsgefahr höchstwahrscheinlich nicht wiedersehen würden.

Doch anders als viele seiner Kolleginnen und Kollegen war Karabinyosh für diese Erfahrung besser gerüstet. Er hatte eine Zusatzausbildung in Palliativmedizin absolviert – ein multidisziplinärer Ansatz zur Optimierung der Lebensqualität von Patienten bei schweren und tödlichen Krankheiten.

Karabinyosh lernte die Notwendigkeit einer Ausbildung in Palliativmedizin auf die harte Tour kennen. Zu Beginn seiner Laufbahn fühlte er sich von der Belastung durch den Umgang mit schwerkranken Patienten überfordert. Obwohl er wenig Zeit zum Essen hatte, nahm er an Gewicht zu. Er hörte auf, mit Freunden und Familie zu sprechen und tat nichts anderes als zu arbeiten und zu schlafen.

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